Das westliche Ufer des Gardasees ist die stille Seite. Während Bardolino und Sirmione im Sommer Pulswerte annehmen, bleibt das Westufer das, was es immer war: eine Reihe alter Olivenhaine, kleiner Hafenorte und ein Wasser, das man sich noch teilen kann. Hier sieben Plätze, die wir Gästen jedes Mal aufschreiben — und die in keinem Standard-Reiseführer stehen.
1. Der kleine Hafen von Maderno
Nicht der große Fährhafen, sondern das alte Hafenbecken direkt neben der Kirche Sant'Andrea. Steinmole, Boote, alter Platanenbaum mit Schatten für vier Stunden. Bestelle einen Aperitivo Spritz in der Bar am Eck und schau Stunden lang den Hobbyfischern zu — das ist Maderno wie es seit 200 Jahren ist.
2. Die Olivenöl-Manufaktur Comincioli
Zehn Minuten von Toscolano-Maderno entfernt, in Puegnago sul Garda. Familienbetrieb, der seit 1552 (kein Tippfehler) Olivenöl macht. Verkostung mit fünf Sorten plus eingelegte Oliven. Wer das italienische „Casaliva" — die Olive des nördlichen Gardasees — verstehen will, lernt das hier.
3. Spiaggia della Punta
Zwischen Maderno und Gardone Riviera, fast nicht zu finden: ein kleiner Kieselstrand mit Bojen-Plattformen, an dem fast nur Locals sind. Hinfahren am späten Nachmittag, wenn die Sonne über Monte Pizzocolo verschwindet und das Wasser bronzefarben wird.
4. Cartiera di Toscolano
Toscolano produziert seit dem fünfzehnten Jahrhundert Papier. Die alten Papiermühlen-Ruinen liegen im Hinterland, am Fluss Toscolano. Ein Wanderpfad führt durch die „Valle delle Cartiere". Halbe Geschichtslektion, halbe Naturwanderung. Im Frühling am schönsten.
5. Trattoria Da Oscar in Cecina
Fünfzehn Autominuten nach oben, ins Hinterland. Familienbetrieb. Hausgemachte Pasta, der beste Tartufo der Region, ein Wein aus dem eigenen Keller. Keine Sterne, keine Instagram-Präsenz, einfach das, was Familie Da Oscar seit dreißig Jahren kocht. Reservierung absolut notwendig.
6. Belvedere Monte Pizzocolo
Wanderung von circa 3 Stunden hoch zum Gipfel des Monte Pizzocolo (1581 m). Belohnung: Blick über den gesamten südlichen Gardasee bis zum Monte Baldo. Im Mai blühen Alpenrosen, im Oktober färbt sich der Hang. Wer keinen kompletten Aufstieg will: nur bis zum „Rifugio Pirlo allo Spino" gehen — auch da schon Panorama-Belohnung.
7. Cantina Lugana — verkostung am Südufer
Etwas weiter südlich, in Sirmione/Pozzolengo, liegen die Lugana-Weingüter. Das ist der Weißwein der Region — leicht mineralisch, perfekt zu Fisch aus dem Lago. Empfehlung: Cà Maiol oder Ottella. Verkostung mit drei Linien, Besuch des Kellers, am Ende eine Flasche mitnehmen für den Abend auf der Terrasse.
Was die Liste verbindet
Alle sieben Plätze sind in 15 bis 45 Autominuten von unseren Apartments in Toscolano-Maderno aus zu erreichen. Sie funktionieren das ganze Jahr — in der Hauptsaison als Flucht vor dem Trubel, in der Nebensaison als Hauptprogramm. Wer am Westufer ankommt und nicht weiß, wo anfangen: einer dieser sieben Orte ist meist die richtige Wahl.
Wer noch tiefer gehen will: Ezio, unser Hausmeister vor Ort, hat persönliche Empfehlungen darüber hinaus. Beim Check-in fragt ihr ihn — er kennt die Region seit dreißig Jahren.